5. Kapitel: Westmalaysia und Singapur

|15.06. – 21.06.2017|

Kurzes Intermezzo mit südostasiatischer Zivilisation

Nach den Philippinen stehen Westmalaysia (Peninsular Malaysia) und Singapur auf dem Programm. Die malaysische Halbinsel ist wunderbar vielfältig und hat für ihre Besucher einiges zu bieten: Strände und Tauchspots (z. B. Tioman oder die Inselgruppe Perhentian), Teeplantagen in den Hochebenen (Cameron Highlands) und abwechslungsreiche Städte. Nach drei Wochen Strand und Hütte auf den Philippinen steht uns der Sinn nach Zivilisation. Deshalb haben wir uns für einen Städtetrip entschieden: Wir werden Kuala Lumpur, das historische Melaka sowie Singapur näher erkunden.

KL | Metropole im Wandel

Kuala Lumpur ist Malaysias Hauptstadt und ihr administrativer, kultureller und ökonomischer Mittelpunkt. Von den meisten Bewohnern wird es einfach „KL“ genannt. Wir übernachten in „Chinatown“, dem Backpackerviertel der Stadt. Von hier aus können wir viele Sehenswürdigkeiten erlaufen und die wichtigsten Einkaufsstraßen befinden sich in unmittelbarer Nähe. KL ist sehr gut entwickelt. Durch den stetigen Wettstreit mit Singapur motiviert, ist die Stadt sauber und aufgeräumt und der Verkehr ist gut geregelt. Es gibt viele westliche Einrichtungen (Starbucks, McDonalds, H&M usw.), aber ebenso malaysische, chinesische und indische Geschäfte und Märkte. Das kulinarische Angebot ist vielfältig und sehr preiswert. Genau das Richtige nach den letzten drei Wochen Philippinen: Wir lassen uns durch KL treiben, shoppen und snacken und genießen diese entwickelte und westlich anmutende Stadt. Wir besuchen den „Central Market“ und die „Jalan Petaling“ (Petaling Straße) in Chinatown. Hier kann man Souvenirs, Textilien und billig kopierte Markenartikel aus China erwerben. Nichts davon spricht uns wirklich an, das bunte Treiben ist jedoch nett anzusehen. Danach landen wir in „Bukit Bintang“, dem Shopping- und Unterhaltungsviertel der Stadt. Vergessen ist, dass wir uns in einem asiatischen Schwellenland aufhalten. Die Luxusboutiquen säumen den Weg und es gibt sogar einen klimatisierten überirdischen Tunnel, der uns mitten durch die Stadt bis zu den „Petronas Towers“ (Petronas Türme), dem Wahrzeichen Kuala Lumpurs, führt. Die Türme sind schlichtweg beeindruckend. Als es dunkel wird, strahlen sie durch die Nacht und wir machen wie verrückt Fotos. Die kommenden Tage gehen wir es etwas ruhiger an, vor allem weil die drückende Hitze kaum zu ertragen ist. Wir besichtigen den „Merdeka Square“, den Unabhängigkeitsplatz, besuchen die Nationalmosche und laufen durch „Little India“. Dabei entdecken wir auch traditionellere Viertel, die einen krassen Kontrast zur Innenstadt darstellen. Hier tragen die Frauen ausnahmslos Kopftuch und sind teilweise komplett verhüllt. Die Männer starren uns mit unverhohlener Neugier an. Kommentarlos räumen wir das Feld und fahren zum „KL-Tower“ (Fernsehturm), um von dort einen letzten Blick über die Stadt und die Petronas Türme zu genießen. Leider mag uns hier ein perfekter Abschluss unseres KL-Trips nicht gelingen. Nach wenigen Minuten regnet es orkanartig und wir müssen die Aussichtsplattform räumen. Trotzdem: KL ist immer eine Reise wert.

Melaka | Invasion der Chinesen

Früh geht es weiter nach Melaka (oder Malakka), das nur zwei Busstunden von KL entfernt liegt. Die Küstenstadt liegt im Westteil Malaysias, nach ihr ist die Malakkastraße benannt. Die Hauptattraktionen sind vor allem die Überreste der kolonialen Vergangenheit, sodass Melaka im Jahr 2008 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde. Seitdem hat sich viel verändert und der Tourismus hat der Stadt nicht nur gutgetan. Zwar gibt es neue Fußgängerwege (z. B. am Fluss entlang) und Hinweisschilder an den Sehenswürdigkeiten, aber auch Massen an chinesischen Touristen. Sie drängen sich auf den „holländischen Platz“ mit der bekannten „Christ Church“ und schieben sich über die „Jalan Jonker“ (Jonker Straße), der „Fressmeile“ in Chinatown. Wir klappern die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, u. a. das holländische Rathaus, die portugiesische Festung „A Famosa“, die St. Pauls Church und einige Tempel, ab, müssen aber schon bald wegen der Hitze (und der Chinesen) kapitulieren. Gegen Spätnachmittag sichern wir uns einen Platz in einer Bar, von der aus wir das Treiben auf der „Jonker Straße“ beobachten. Diese Straße wird am Wochenende abgesperrt, sodass unzählige Straßenverkäufer ihre Tische mit Souvenirs, Schmuck und billigen Plastikkram aufbauen können. Außerdem gibt es verschiedene Essensstände mit leckeren, aber auch weniger ansehnlichen Snacks. Damit bietet Melaka ideale Möglichkeiten, die lokale Küche einmal kreuz und quer auszuprobieren. Todmüde fallen wir am Abend ins Bett. Dann geht es auch schon weiter mit dem Bus nach Singapur.

Singapur | „Asia light“

Nach dem „ganz gewöhnlichen“ Stress an der Grenze (ewig lang andauernde Ausreise aus Malaysia und schnelle, effiziente Einreise nach Singapur) landen wir am Nachmittag in Singapur, dem flächenmäßig kleinsten Staat Südostasiens. Dieser Inselstaat ist hoch entwickelt und für seine strenge Auflagen hinsichtlich Sauberkeit und Sicherheit bekannt. Zurecht kann man es als „Asia light“ bezeichnen. Dies mag für einige abschreckend wirken, für uns ist es aber in diesem Moment genau das Richtige. Unsere Unterkunft ist bestens gelegen. Wir „residieren“ am „Boat Quay“, am Südufer des Singapurflusses. Unser Frühstück wird es von nun an auf der Terrasse mit Blick auf den Fluss, die Kolonialbauten und das „Marina Bay Sands“ geben. Einfach klasse! Obwohl wir schnell merken, dass Singapur wahnsinnig teuer ist und ein bisschen „verlassen“ wirkt, ist der erste Eindruck richtig gut. Wir schlendern am Fluss entlang zum „Merlion Park“. Die „Merlion“-Figur, halb Fisch, halb Löwe, ist der Schutzpatron der Stadt. Von hier aus haben wir einen tollen Blick auf die Skyline und die Esplanade, ein architektonisch höchst interessantes Kunst- und Kulturzentrum. Es hat die Form einer Durian, einer in Südostasien beheimateten stachelförmigen Frucht, die nicht ohne Grund auch als „Stinkefrucht“ bezeichnet wird. Wir spazieren zum „Raffles Hotel“, dem ältesten Hotel vor Ort mit den angeblich besten „Singapore Slings“ Cocktails, entscheiden uns aber dafür, unser Geld lieber im „Marina Bay Sands“ auszugeben. Dieses „neuere“ Wahrzeichen der Stadt ist ein gewaltiger Hotel- und Kasinokomplex, der aus drei gigantischen Türmen sowie einer Dachanlage in Form eines Bootes besteht. Es ist vor allem wegen seines riesigem Infinitypools bekannt, der mittlerweile allerdings nur noch den Hotelgästen vorbehalten ist. Der Blick von ganz oben (55. Stockwerk) ist natürlich atemberaubend und wir genießen ihn trotz ein paar Wolken. Am Abend widmen wir uns einem weiteren „Muss“ unseres Singapur-Trips: der Chili-Krabbe. Dieses sehr scharfe Nationalgericht schmeckt einfach nur fantastisch, auch wenn sich die Krabbe am nächsten Tag bemerkbar machen wird. Singapur gefällt uns immer besser und als am Abend mit einer spektakulären Lichter-und Soundshow vor dem „Marina Bay Sands“ aufgewartet wird, sind wir restlos begeistert. Überhaupt ist Singapur bei Nacht viel spektakulärer. Mit Schweißperlen auf der Stirn (Oh, diese Krabbe!) erkunden wir am folgenden Tag weitere Viertel. Neben den Kolonialbauten im Zentrum, gibt es unzählige Shoppingmalls auf der „Orchard Road“ und ganz andere Einkaufserlebnisse in „Little India“ (dem kleinen Indien), das seinem Namen gerecht wird. Am Abend treffen wir Freunde, die uns auch aus dem Alltag in der Stadt berichten und so glauben wir, letztendlich einen ganz guten Eindruck von Singapur gewonnen zu haben. Unser Budget ist mittlerweile weit überzogen und so machen wir uns auf den Weg zurück nach KL, von wo aus unser nächster Flug gehen wird. Unser nächstes Ziel ist Myanmar.


Ein Gedanke zu “5. Kapitel: Westmalaysia und Singapur

  1. Hey ihr Lumpen-Koalas,
    ihr habt mich geheilt – ich hab vor Neid meine nachhaltige Gesichtsröte verloren!!!
    Mann, sieht das schön aus. Keep digging und habt noch jede Menge Spaß dabei!
    LG, Achim

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